Besuchte Schulen

Im letzten Jahr besuchten die Kinder der Kinderinsel zehn verschiedene Schulen in Frankfurt. Die der Kinderinsel gegenüber liegende Grundschule „Bonifatiusschule“ wurde von 76% der Kinder besucht, die restlichen Kinder besuchten die Georg-Büchner-Grund- und Gesamtschule, die Grund- und Hauptschule „Frankeschule“, die Sophienschule, das Gymnasium „Bettinaschule“, die Freiligrathschule mit integrativem Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, die Realschulen „Anne-Frank-Schule“ und  „Falkschule“, die Schule für Lernhilfe „Bürgermeister-Grimm-Schule“ sowie die Sprachheilschule „Weißfrauenschule.

 

Pädagogische Teamsitzungen, Supervisionen und Fortbildungen

Das    Das hauptamtliche pädagogische Team nahm im Jahr 2012 zusätzlich zu den regelmäßig wöchentlich stattfindenden pädagogischen Teamsitzungen im Turnus von drei Wochen an Supervisionssitzungen teil. Diese dienten der Erhaltung und Steigerung der Arbeitsqualität der einzelnen Teammitglieder und des gesamten Teams. In den Sitzungen wurde unter Anleitung eines eigens hierfür ausgebildeten Supervisors die Arbeit in den jeweiligen Einsatzbereichen, die Beziehungen der Bezugspersonen zu den Kindern, die Zusammenarbeit mit den Eltern beziehungsweise die Zusammenarbeit im Team und mit der Leitung reflektiert. Durch die Bereitschaft aller Teammitglieder an intensiver Auseinandersetzung sowie der hohen Reflektionsfähigkeit der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelang es gemeinsam bei der Bearbeitung der jeweiligen Problematik nach adäquaten Lösungsmöglichkeiten und –strategien zu suchen, diese auch zu finden und umzusetzen.

Weit   Weiterhin fanden zusätzlich zu den pädagogischen Teamsitzungen regelmäßige Gespräche zwischen Leiter und Team statt. In diesen monatlichen Sitzungen wurden  organisatorische Angelegenheiten wie Abmeldung und Aufnahme neuer Kinder, Dienstpläne, Urlaubs-, Bildungsurlaubs- und Fortbildungsplanung, Übergangsregelung TVöD S und E, Bewerbungen, Informationen der Ämter und Institutionen, Berichte aus den Verantwortungs- und Rotationsbereichen  oder die Koordination zwischen Küchenpersonal und pädagogischem Team, die Personalstruktur und die konzeptionelle Weiterentwicklungen bearbeitet.

Im Jahr 2012 fand am 11.Februar ein Teamtag für die hauptamtlich pädagogischen Fachkräfte zum Thema Kindeswohlgefährdung und Schutzkonzept der Kinderinsel statt. Zuerst erhielt das hauptamtlich pädagogische Team der Kinderinsel eine Einführung in den § 8a SGB VIII durch eine Referentin. Anschließend wurden die hauptamtlichen MitarbeiterInnen mit dem von der insoweit erfahrenen Fachkraft der Kinderinsel und des Leiters der Einrichtung gemeinsam erarbeiteten Schutzkonzept der Einrichtung sowie den entsprechenden Verfahrensabläufen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung betraut.

Weiterhin setzte das hauptamtlich pädagogische Team in der „Zukunftswerkstatt“ im Jahr 2012 in regelmäßig stattfindenden Sitzungen die Erarbeitung einer erweiterten Konzeption für das Kinder- und Familienzentrum Kinderinsel fort. So standen notwendige Qualifikationen und Fortbildungen für die Teammitglieder und das gesamte Team, Eckpunkte der KiFaZ-Konzeption und deren praktische Umsetzung, Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit mit den Eltern im KiFaZ und kollegiale Beratung im Hinblick auf die neuen Anforderungen auf den Tagesordnungen der Sitzungen.

We Weiterhin besuchten im Jahr 2012 die hauptamtlichen pädagogischen Fachkräfte Fortbildungsveranstaltungen und Fachtagungen zu folgenden Themenbereichen: 

  • 19.01., 15.02., 15.03. +Praxis der Jungenarbeit
  • 6.-11.06.2012  Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Integrativ Humanistischen Institut Rodenbach
  • 8.02.2012  Förderung von Kinder- und Familienzentren in Hessen Hessisches Sozialministerium Wiesbaden
  • 23.-25.02.2012  Interkulturelle Beratungsarbeit mit Hilfe der  Kooperativen Beratung Verein zur Förderung der Kooperativen Beratungskompetenz e.V. Leipzig
  • 27.02.-2.03.2012  Beratungskompetenz im Beruf Katholische Erwachsenenbildung Hessen Mainz
  • 26.-29.03.2012  Systemisches Arbeiten Arbeit in und mit Systemen II praxis – institut für systemische beratung Regionalinstitut Süd Hanau
  • 31.03.2012  Beratungs- und Gesprächskompetenz erweitern aus systemischer Sicht Bildungswerk der Arbeiterwohlfahrt Hessen Gießen
  • 17.-21.04.2012  Elternkursschulung „Starke Eltern – Starke Kinder®“ Deutscher Kinderschutzbund List/Sylt 
  • 19.-20.04.2012  Elterngespräche und Väterarbeit Paritätisches Bildungswerk Frankfurt
  • 19.06.2012  Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Elternbildungsprogramms „Starke Eltern – Starke Kinder® “ des DKSB Landesverband Hessen
  • 20.-24.08.2012  Systemisches Arbeiten Familienrekonstruktion – Arbeit an der Herkunftsfamilie praxis – institut für systemische beratung Regionalinstitut Süd Wildbad Rothenburg/Tauber
  • 30.10.-3.11.2012  Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ Allen Kindern eine Chance: Vorurteilsbewusste Begegnung, Erziehung und Bildung Trägerkonsortium Elternchance Berlin in Zusammenarbeit mit Paritätischem Bildungswerk 
  • 26.-29.11.2012  Systemisches Arbeiten Systemische Interventionen: Vertiefung und Training praxis – institut für systemische beratung Regionalinstitut Süd Hanau
  • 3.-6.12.2012  Traumapädagogische Beratung Bindungstheorie – Bindungserfahrungen, Bindungserwartung, Bindungsgestaltung Zentrum für Traumapädagogik Hanau in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Bildungswerk Frankfurt 
  • 14.-15.12.2012  „Bleib cool“-Trainer Integrativ Humanistisches Institut Rodenbach
  •  6.09.2012   Kommunale Implementierung von Familienzentren Justus-Liebig-Universität Gießen in Zusammenarbeit mit Hessischem Sozialministerium
  • 25.08.2012  Netzwerke für Kinder- und Familienzentren Hessen  
  • 30.08.-1.09.2012  Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ Bildungsverläufe in Familien und Institutionen Trägerkonsortium Elternchance Berlin in Zusammenarbeit mit Paritätischem Bildungswerk
  • 26.-29.09.2012  Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ Allen Eltern eine Chance: Eltern erreichen, entlasten und motivieren Trägerkonsortium Elternchance Berlin in Zusammenarbeit mit Paritätischem Bildungswerk
  • 8.-10.10.2012  Trauma und Migration Zentrum für Traumapädagogik Hanau  

Am 15.05.2012 fand eine Großteamsitzung der hautamtlichen pädagogischen Fachkräfte, des Küchenpersonals und der studentischen Honorarkräfte statt, in welcher die gemeinsame Umsetzung des Gewaltpräventionsprogramms „Faustlos“, Regeln und Ordnung im Haus, Kinderschutzkonzept, Personalstruktur, Betriebsausflug sowie Regelungen für die Vor- und Nachbereitungszeiten auf der Tagesordnung standen.

Weiterhin fand am  29. Mai 2012 eine Einführungsveranstaltung für die studentischen Honorarkräfte in das Gewaltpräventionsprogramm „Faustlos“ durch zwei pädagogische Fachkräfte der Kinderinsel statt. Ebenso erhielten die studentischen Honorarkräfte am 6. Juni 2012 durch die insoweit erfahrene Fachkraft der Kinderinsel eine Einführung in den § 8a SGB VIII sowie in das Schutzkonzept und die Verfahrensabläufe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung in der Einrichtung.

  

Studentische Honorarkräfte

Die studentischen Honorarkräfte hatten die Aufgabe, die hauptamtlichen pädagogischen Fachkräfte bei der Hausaufgabenbetreuung zu unterstützen sowie die Spiel- und Freizeitangebote der Einrichtung innerhalb und außerhalb des Hauses mitzugestalten. Von Montag bis Freitag wurden die hauptamtlich pädagogischen Fachkräfte am Nachmittag von jeweils drei studentischen Honorarkräften unterstützt. In den letzten Monaten des Jahres wurde das Betreuungsangebot weiter ausgebaut. Die Zahl der Honorarkräfte wurde an drei Tagen der Woche auf vier studentische MitarbeiterInnen am Nachmittag aufgestockt. Im Jahr 2012 waren in unserer Einrichtung zu jeder Zeit im Schnitt acht studentische Honorarkräfte beschäftigt. Einige Honorarkräfte beendeten ihre Tätigkeit und neue MitarbeiterInnen wurden eingestellt.

Im ersten Halbjahr war eine Praktikantin der Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz beschäftigt und im zweiten Halbjahr ein Praktikant der Sozialen Arbeit (BA) mit dem Schwerpunkt geschlechterbezogene Kinder- und Jugendarbeit.

Die Praktikantin absolvierte ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Sozialassistentin an der Beruflichen Schule Berta Jourdan, der Praktikant sein Studium der Sozialarbeit (BA) an der Fachhochschule Frankfurt. 

Grundsätzlich arbeiteten die studentischen Honorarkräfte in der Woche mindestens an zwei und höchstens an drei Tagen jeweils vier – in den Ferien auch mehr – Stunden. Die Honorarkräfte studierten folgende Fachrichtungen: Soziale Arbeit (BA) an der Fachhochschule Frankfurt, Grundschullehramt und Pädagogik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt und Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Die insgesamt zehn im Kalenderjahr 2012 in der Kinderinsel beschäftigen studentischen Honorarkräfte waren türkischer, marokkanischer, eritreischer, irisch-deutscher, pakistanischer, griechischer und deutscher Herkunft. 

Im Anschluss an die Öffnungszeiten der Kinderinsel fanden tägliche Abschlussbesprechungen des jeweiligen Tagesteams statt. In diesen Abschlussbesprechungen wurde in erster Linie den studentischen Honorarkräften die Möglichkeit gegeben, sich direkt über die Ereignisse des Tages auszutauschen und diese weitgehend zu reflektieren. Zusätzlich fanden einmal im Monat Teamsitzungen für die Honorarkräfte statt, welche Platz boten für Ideen, Kritik und vertiefende Reflexion ihres Arbeitsalltags in der Kinderinsel.

Eine hauptamtlich pädagogische Fachkraft war für den Informationsaustausch zwischen dem studentischen und dem hauptamtlichen pädagogischen Team zuständig. Im Jahre 2012 wurde die zusätzliche Praxisreflexion für die Honorarkräfte in Form einer Patenschaft weitergeführt. Die Treffen zwischen den einzelnen studentischen Mitarbeitern und ihrem jeweiligen Paten aus dem Team der hauptamtlichen pädagogischen Fachkräfte fanden 14-tägig jeweils für eine halbe Stunde statt und dienten dem Austausch und der Vertiefung von Arbeitsinhalten.

 

Daher hatte die Hausaufgabenbetreuung auch im vergangenen Jahr höchste Priorität in unserer Einrichtung. Der zeitliche Rahmen der Hausaufgabenbetreuung betrug täglich vier Stunden von 12.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Die Kinder entschieden in diesem Zeitraum  selbst, wann sie das Angebot des Hausaufgabenraums nutzen wollten, was ein wichtiger Beitrag zu ihrer Selbstbestimmung und auch Eigenverantwortlichkeit war. Viele der in der Kinderinsel angemeldeten Kinder benötigten überdurchschnittlich lange für ihre Hausaufgaben. Um den Kindern eine bessere Einschätzung für den von ihnen benötigten Zeitrahmen zu geben, bekam jedes Kind zu Beginn seiner Hausaufgabenzeit auf einer abwischbaren Uhr den ihm zur Verfügung stehenden Zeitraum eingetragen.

Besonderes Augenmerk legten wir auch im vergangenen Jahr auf die Zusammenarbeit mit den jeweiligen LehrerInnen der Kinder. So war ein Feedback an die Lehrkräfte über den tatsächlich benötigten Zeitraum für die Erledigung der Hausaufgaben unerlässlich. Auch Rückmeldungen über nicht verstandene Aufgabenstellungen, notwendige Unterstützung und Hilfestellung, unklare Auffassungen über die zu erledigenden Aufgaben oder die Menge der Hausaufgaben, die aus den verschiedenen Unterrichtsfächern resultierte, waren dringend notwendig, um eine gezielte Förderung der Kinder zu ermöglichen.

Bei der Erledigung der Hausaufgaben achteten wir verstärkt darauf, ob den Kindern die Aufgabenstellungen bekannt bzw. die Lerninhalte überhaupt verständlich waren. Hatten die Kinder den behandelten Stoff in der Schule nicht ausreichend genug verstanden, so war ihnen eine  eigenständige Erledigung der Hausaufgaben ohne gezielte pädagogische Hilfestellung und Unterstützung nicht möglich. Denn die Schule setzte eine eigenständige, an deutsch-muttersprachlichen Mittelschichtskindern gemessene Vor- und Nachbereitung der in der Schule behandelten Lerninhalte voraus.

 

Freizeitpädagogische Angebote

Ausflüge

Freitag war der Hauptausflugstag der Kinderinsel auch im Jahr 2012. Teilweise kannten die Eltern der Kinder nicht die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten, die die Stadt Frankfurt bereithielt oder sie boten nur wenig kindgerechte Freizeitgestaltung an, sodass manche Kinder die Wochenenden oder Ferien mit der Spielekonsole oder dem Fernseher in der Wohnung verbrachten. So ging es immer freitags nach der Schule und dem gemeinsamen Mittagessen in der Kinderinsel mit der gesamten Kindergruppe los, die Stadt mit ihren Freizeitangeboten und –möglichkeiten zu entdecken und zu erforschen. So besuchten wir Parks, Museen und Theater oder nahmen an Festen und anderen Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet teil. Hiermit boten wir den Kindern die Möglichkeit, sie mit der Stadt, in der sie leben, aufwachsen und sich bewegen, vertraut zu machen und  ihre Ideen und Möglichkeiten einer selbständigen Freizeitgestaltung zu erweitern. In diesem Zusammenhang übten wir mit ihnen den sicheren Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln und im Straßenverkehr.

 

Wenn das Wetter es zuließ, machten wir uns mit den Kindern auf, die Parks und Spielplätze der Stadt zu erkunden. So besuchten wir den Rebstockpark, den Bernuspark in Bockenheim, den Grüneburgpark im Westend und den Günthersburgpark in Bornheim, den Holzhausenpark im Nordend oder den Niddapark in Ginnheim. Bei schlechtem Wetter gingen wir Bowling spielen oder ins Kino und besuchten den Indoor-Spielplatz „Tolliwood“ in Fechenheim.  Weiterhin erkundeten wir mehrere Museen mit kindgerechten Führungen oder Ausstellungen, so z.B. das Museum für Kommunikation, das Senckenbergmuseum  oder  das Science Center Experiminta, wo die Kinder wissenschaftliche Experimente und Phänomene selbst ausprobieren und erleben konnten. Auch der Palmengarten und der Frankfurter Zoologische Garten gehörten zu unseren Ausflugszielen.

Die Freitagsausflüge der Kinderinsel sind bei den Kindern und Eltern der Einrichtung sehr beliebt, daher nehmen durchschnittlich an einem Freitagnachmittag ca. 35 Kinder teil. Allerdings ist es nicht immer einfach, mit einer so großen Gruppe – zu den Kindern kommen noch 7-8 Bezugspersonen als Begleitung hinzu – einen solchen Ausflug zu unternehmen. Angefangen bei einem großen logistischen Aufwand mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein bis hin zu Schwierigkeiten bei Platz- und Kapazitätskontingenten bei den verschiedenen Ausflugszielen stoßen wir nicht zuletzt auch beim Rückweg im Feierabend-Berufsverkehr am späten Freitagnachmittag mit der Größe der Gruppe oft an die Grenzen des Möglichen. Auch fällt es den Kindern der Einrichtung mangels eigener Erfahrung und/oder Auffälligkeiten in ihrem Verhalten nicht immer leicht, sich in der Öffentlichkeit in einer so großen Gruppe zu bewegen. Daher richteten wir im zweiten Halbjahr 2012 zusätzlich zum Freitagsausflug einen Ausflug in einer Kleingruppe von maximal 10 Kindern am Dienstagnachmittag ein. Jeweils eine hauptamtlich beschäftigte Bezugsperson organisiert einen Ausflug für die nächste Woche und die Kinder wählen sich in das Angebot ein. Anschließend werden die Eltern unterrichtet und am folgenden Dienstag findet der Ausflug in der Kleingruppe mit Unterstützung einer studentischen Honorarkraft statt. So ergibt sich die Möglichkeit, in einem entspannten und überschaubaren Rahmen intensive gemeinsame Erlebnisse und Eindrücke für die Kinder und nicht zuletzt auch für die Bezugspersonen zu erlangen. So besuchten wir in der Kleingruppe den Zoo oder das Kino, die Kinderwerkstatt im Museum für Kommunikation oder Experiminta und waren mit den Kindern der weiterführenden Schulen zu Besuch in der Schülergalerie.

 

Ferienprogramm

In den Ferien des Jahres 2012 betreuten wir die Hortkinder von 7.30 bis 17:00 Uhr, die Kinder des offenen Bereiches konnten – außer während der Schließungszeit in den Sommerferien – täglich ab 12.30 Uhr am Ferienprogramm teilnehmen. Auch im letzen Jahr boten wir den Kindern wieder abwechslungsreiche Ferienprogramme, um ihnen die Ferienzeit als „Daheimgebliebene“ so interessant wie möglich zu gestalten.

In den Weihnachtsferien besuchten wir die Spielplätze im Bernuspark, im Holzhausenpark und im Rebstockpark. Wir statteten der Kinderwerkstatt im Museum für Kommunikation ebenso einen Besuch ab wie der Experiminta und dem Kino.

In den Osterferien waren wir auf Abenteuerspielplätzen und im Grüneburgpark zum Ostereier suchen unterwegs. Wir besuchten die Kinderwerkstatt im Museum für Kommunikation und das Experiminta. Im Haus hatten wir eine Woche lang am Vormittag einen Akrobatik- und Clownworkshop in Zusammenarbeit mit dem Jugend – und Sozialmamt der Stadt Frankfurt. Nach Abschluss des Workshops gab es für alle beteiligten Kinderhäuser eine Aufführung der beteiligten Gruppen im Haus Gallus.

In den Sommerferien fuhren wir in den Freizeitpark „Lochmühle“ in Wehrheim im Taunus, in den Opelzoo in Kronberg und zu den Wasserspielen im Schwanheimer Wald. Wir besuchten Abenteuerspielplätze und die Opernspiele und waren zu Gast im Dialogmuseum auf der „Binder Passagier Tour“. Wir gestalteten Animationsfilme im Deutschen Filmmuseum und hatten einen Bienenworkshop im Museum für Moderne Kunst. Wir  spielten Minigolf im Heinrich-Kraft-Park und buken gemeinsam Pizza in der Kinderinsel. 

In den Herbstferien besuchten wir die Kinderwerkstatt im Museum für Kommunikation oder das Senckenbergmuseum und waren im Mitmachtheater. Wir waren auf den Spielplätzen im Günthersburgpark, im Bernuspark und im Holzhausenpark und  hatten eine Führung im Stadtwaldhaus.Zum Abschluss der Herbstferien feierten wir eine Helloweenparty mit gruseligem Partyessen und schaurig-schöner Disko.

 

Gewaltprävention, emotionale und soziale Kompetenz durch FAUSTLOS

Auch im vergangenen Jahr boten wir regelmäßig das Faustlos-Curriculum für alle Kinder in altershomogenen Gruppen in der Kinderinsel an. Faustlos ist ein für die Grundschule entwickeltes Curriculum, das impulsives und aggressives Verhalten von 6-10 jährigen Kindern vermindern und ihre soziale Kompetenz erhöhen soll. Dieses Programm hat zum Ziel, das Sozialverhalten von Kindern zu fördern und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Faustos basiert auf einem emotionspsychologisch fundierten kognitiv-behavioralen  Ansatz des sozialen Lernens. Die Kinder lernen prosoziale Verhaltensweisen über Vorbilder, Erfahrung, Verstärkung, Lob, Belohnung und natürliche erfolgreiche Problemlösungen. Neben Zuwendung und Akzeptanz können die Bezugspersonen den Kindern basale sozial-emotionale Kompetenzen vermitteln und ihre Selbstachtung stärken.

Aggressive Kinder haben spezifische Verarbeitungs- und Emotionsmanagementdefizite in den Bereichen Empathiefähigkeit, Impulskontrolle und im Umgang mit Ärger und Wut. In Faustlos gibt es „ Handlungsvorschläge“:

  • Empathie - die Sichtweisen anderer besser verstehen, ärgern sie sich weniger über andere, es entstehen weniger Missverständnisse.
  • Gefühle zu identifizieren und die Rolle und Perspektive einer anderen Person zu übernehmen.
  • Impulskontrolle - das Erlernen und üben einer Problemlösestrategie und das Üben sozialer Kompetenzen in Lernstritte
  • Umgang mit Ärger und Wut -  die Wahrnehmung der Auslöser Gebrauch positiver Selbstverstörungen & Beruhigungstechniken. Sensibilität für die Gefühle anderer kreatives Problemlösen, das Gemeinschaftsgefühl stärkt ein respektvolles Miteinander fördert.

Kinder brauchen die Fähigkeit zu entscheiden, was in einer Problemsituation zu tun ist und sie müssen wissen, wie sie die hierfür gewählte Lösung realisieren und umsetzen können.

Für die Faustlos-Lerneinheiten teilten sich die Kinder selbst in nach Alter homogen zusammengesetzte Gruppen ein. Anschließend wurde die Lerneinheit Einfühlungsvermögen wie Grundgefühle bei sich und Anderen erkennen; vorhersagen, wie sich andere Menschen fühlen; sich in Andere hineinversetzen oder Mitgefühl für Andere zeigen mit Hilfe von Spielen sowie Bastel- und Malangeboten mit den Kindern besprochen und erarbeitet. Besonders anschaulich gelang dies anhand von eigenen alltäglichen Beispielen der Kinder, welche von ihnen erzählt oder in Rollenspielen dargestellt wurden. Hierbei war besonders zu bemerken, dass es den Kindern leichter fiel, die Grundgefühle  wie Liebe, Freude oder Ekel zu benennen als das Grundgefühl Angst. Auch über die Gefühle Anderer sprachen die Kinder leichter als über ihre eigenen Ängste, Wut und Ärger zu berichten. Begleitend zu den regelmäßig stattfindenden Faustlos-Angeboten richteten wir in der Kinderinsel in verschiedenen Räumen Faustlos-Infoecken ein, auf den das jeweilige Thema sowie die Termine der Sitzungen und deren Ergebnisse für alle im Haus sichtbar war. So konnte das gerade Erlernte besser in den Alltag integriert werden. Begleitend zu den Übungen des Faustlos-Curriculums mit den Kindern boten wir Infoabende zu den einzelnen Abschnitten für die Eltern an, damit diese nachvollziehen konnten, womit sich ihre Kinder beschäftigen und sie mit ihren Kindern üben konnten, das in Faustlos Gelernte in den Alltag zu integrieren und mit ihnen gemeinsam umzusetzen.Zudem zeigten wir einen Film, der das Programm anschaulich vorstellte. Im Anschluss beantworteten wir Fragen und besprachen einzelne Lerninhalte. Für die Umsetzung der Lerninhalte in den Alltag der Kinder schafften wir noch weitere Spiele und andere Materialine an.

 

Kulturelle Veranstaltungen

Auch im Jahr 2012 veranstaltete die Kinderinsel  in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Frankfurt das Kinderkulturprogramm „Frankfurter Flöhe“ für Kinder im Stadtteil Bockenheim.

Im Jahr 2012 zeigten wir folgende Filme in der Kinderinsel:

1. Halbjahr:

27.01.              Der Schmetterling

24.02.              Der kleine Nick

30.03.              Übergeschnappt

04.05.              Der Froschkönig 

2. Halbjahr:

7.09.                Villa Henriette

28.09.              Der Indianer

12.10.              König Drosselbart

23.11.              Die geheimnisvolle Minusch

Kinder liebten die Atmosphäre der Kinoveranstaltungen im Haus sehr. Sie waren in die Vorbereitungen und den Aufbau mit eingebunden. Eine Pause für alle KinobesucherInnen mit Keksen und Tee oder Saft rundete die Vorführungen  ab. Die Kinoveranstaltungen waren gut besucht, sowohl von anderen Kindereinrichtungen als auch von Familien des Stadtteils.

 

Aktionen im Haus

Die vielfältigen Angebote im Haus richteten sich nach den jeweiligen Interessen der Kinder.

Es gab unter anderem folgende Angebote: Basteln, Schminken, Werken, Kochen und Theater. Zu einem Theaterangebot wurde ein professioneller Clown in die Kinderinsel eingeladen, welcher mit den Kindern Akrobatik für eine Theatervorführung erarbeitete. Diese Theateraufführung wurde im Frankfurter Gallus Theater, zusammen mit anderen Darbietungen von Kindern aus Frankfurt, den Eltern und anderen Interessierten vorgeführt. Die Kinder konnten bei diesen unterschiedlichen Angeboten wertvolle Erfahrungen sammeln. Ein weiteres Highlight im Jahr 2012 war das Feiern von Halloween in der Kinderinsel. Hierzu wurde im Haus dekoriert und die Kinder konnten sich Schminken und Verkleiden.

Im Bewegungsraum der Kinderinsel wurden verschiedene Gruppenangebote durchgeführt. Bei diesen konnten die Kinder ausgelassen und kreativ miteinander spielen. Immer wieder fanden sich verschiedene Kinder in Kleingruppen zusammen und organisierten in Eigeninitiative oder unter Anleitung neue Spielsituationen. Der Mädchen- und der Jungenraum, ein Bastel- und ein großer Spieleraum mit einer bequemen Leseecke bot den Kindern genügend Möglichkeit zum gemeinsamen kommunikativen Austausch. In den verschiedenen Räumlichkeiten konnten die Kinder vielerlei förderliche Spielideen umsetzen und ihre zumeist ersten Erfahrungen mit Gesellschaftsspielen sammeln und ausbauen. Eine weitere Besonderheit für die Kinder zum Jahresende war die Teilnahme an der Weihnachtsgeschenkaktion des Frankfurter Kinderbüros. Die Kinder freuten sich sehr, ihre Wunschkarten eigenständig auszufüllen und das Geschenk welches sie sich gewünscht hatten, bei einer großen Weihnachtsfeier mit den Eltern in der Kinderinsel in Empfang zu nehmen. Alle Kinder feierten in der Kinderinsel ihren Geburtstag – für Kinder einer der wichtigsten Tage im Jahr. An diesem Tag wurden nur sie allein gefeiert. Jedes Kind durfte fünf andere Kinder aus dem Hort einladen. Die Wünsche des Geburtstagskindes standen an diesem Tag im Vordergrund, wodurch jede Feier in der Kinderinsel zu einem kleinen Erlebnis wurde.

 

Zusammenarbeit mit Eltern und Familien

Die Kinderinsel befindet sich in der Umstrukturierungsphase zum Kinder- und Familienzentrum und der damit verbundenen Bildungseinrichtung. Dies kann nur gelingen, wenn dabei die Eltern der Einrichtung und des Stadtteils aktiv miteinbezogen werden. Im Rahmen dieser Umstrukturierung verändert sich auch  die Haltung und der Blick der Bezugspersonen gegenüber den Eltern und Familien. Entsprechend des Early-Excellence-Ansatzes: „Eltern sind die Experten ihrer Kinder und müssen in dieser Rolle ernst genommen werden“ entwickelten wir die Zielsetzung für die Zusammenarbeit mit den Eltern. 

 

Zielsetzung in der Zusammenarbeit

Die Eltern erhalten jegliche benötigte Unterstützung in alltags-, erziehungs- und entwicklungsrelevanten Anliegen ihr/e Kind/er betreffend, wobei der Respekt für die Unterschiedlichkeit ihrer Lebensentwürfe und Lebensbedingungen und der damit verbundenen Ressourcen den Hauptaugenmerk erfahren.

In dieser Unterstützung ist es unbedingt notwendig, eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames Verständnis mit den Eltern zu entwickeln, um die Beobachtungen der Eltern und Bezugspersonen sowie die der Schule in ein gemeinsames Bild zu bringen. Im Mittelpunkt steht immer der Entwicklungsweg der Kinder mit ihren individuellen psychischen und physischen Bedürfnissen.

Dabei ist ein ressourcenorientierter Blick auf die Wünsche und Vorstellungen der Familien und ein respektvoller Umgang notwendig, um den Kindern bestmöglichste Entwicklungsbedingungen zu eröffnen und zu fördern.

Ein weiteres Ziel für die Zusammenarbeit mit den Eltern ist auch, ihnen zu vermitteln, dass wir an ihrer Familienerfahrung und ihrem ethnischen und kulturellem Hintergrund interessiert sind. Eine wichtige Voraussetzung für das Engagement der Eltern ist, dass sie sich Willkommen fühlen und mit ihren Lebensentwürfen Platz in der Einrichtung finden.

Im Gegensatz zu Kindergärten und Krabbelstuben müssen in Horten und Kinderhäusern die Eltern gewonnen werden. Die Alltagssituation der Eltern verändert sich häufig mit dem Schuleintritt der Kinder. Die Haupterziehungsperson, meistens die Mütter, gehen wieder einem Beruf nach. Eltern verbringen weniger Zeit an dem Ort, an dem ihre Schulkinder sind. Der Loslösungsprozess der Kinder von ihren Eltern beginnt.

 

Umsetzung der Ziele

1.) Den Eltern das Gefühl geben, Willkommen zu sein

Um die Eltern in unserer Einrichtung und in unserer täglichen Arbeit willkommen zu heißen, gestalteten wir den Eingangsbereich ansprechend mit Sitzgelegenheiten und Elterncafe und hatten ein offenes Ohr für die kleinen und großen Anliegen des Alltages. Denn wir verstehen die Eltern als Partner im Entwicklungs- und Bildungsprozess ihrer Kinder.

2.) Vorhandene Ressourcen herausarbeiten und verstärken

Durch unser Interesse an den Wünschen, aber auch an den Fähigkeiten und Kenntnissen der Eltern konnten wir mit ihnen an ihren Stärken und Fähigkeiten orientierte Gespräche führen. Wir unterstützten Eltern und Familien in ihren Kompetenzen, um entsprechend ihren Möglichkeiten die Unterstützung ihrer Kinder auszubauen und umzusetzen.

3.) Erziehungskompetenzen entwickeln und ausbauen

Mit Hilfe dieses ressourcenorientierten Blickes konnten die Eltern ihre Erziehungskompetenzen herausarbeiten und umsetzen. So z. B. ermutigten wir sie, die Entwicklung ihrer Kinder zu beschreiben, in dem wir sie nach Fähigkeiten und Stärken der Kinder, ihren Lieblingsbeschäftigungen oder  Visionen für die Entwicklung ihrer Kinder in den Einführungsgesprächen befragten.

Hierbei stärkten wir die Eltern immer wieder in ihren Möglichkeiten und in ihrem Selbstwertgefühl.

4.) Verständnis für das Schulsystem entwickeln

Wir machten den Eltern die Anforderungen und Erwartungen der Schule verständlich und fungierten gegebenenfalls als Vermittler. Zwei Fachkräfte, die durch das Programm „Ausbildungsorientierte Elternarbeit“ des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten qualifiziert sind, boten Beratung für die Auswahl der  weiterführenden Schulen nach der 4. Klasse an.

5.) Unterstützung im Umgang mit Behörden und Ämtern

Wir bereiteten mit den Eltern Behördengänge vor und unterstützten und begleiteten sie, führten Telefonate mit Ämtern, berieten und begleiteten bei Gesprächen mit Jugendamt und Schule.

6.) Fähigkeiten und Stärken der Eltern in die Arbeit der Kinderinsel einbeziehen

Geplant ist, die Eltern stärker in die Arbeit der Kinderinsel einzubeziehen. Wir wollen die Fähigkeiten der Eltern nutzen und sie bei Vorleseangeboten, Computerkursen, aber auch bei kleineren Reparaturen im Haus einbeziehen, um das Selbstwertgefühl der Eltern zu stärken und den Kindern möglichst viele positive Erlebnisse mit ihren Eltern zu ermöglichen.

Jedes Kind hat ein Recht darauf, dass seine Eltern sich an seiner Erziehung beteiligen. Die PädagogInnen der Kinderinsel sehen sich in der Verantwortung, den Eltern diese Beteiligung auch zu ermöglichen.

 

Instrumente der Zusammenarbeit 

Die Zusammenarbeit mit den Eltern setzt Flexibilität und Aufgeschlossenheit bei den Bezugspersonen voraus, gleichzeitig ist jedoch notwendig, eine klare Vorstellung über das pädagogische Konzept der Einrichtung zu vermitteln.

Einführungs- und Kennenlerngespräche 

Die Eltern der neuen Kinder wurden in individuellen Einzelgesprächen durch die jeweilige zuständige Bezugsperson in unsere Einrichtung eingeführt. Hierbei konnten wir die Interessen und Fähigkeiten der Kinder erfahren. Ob das Kind im Kindergarten war und seine Freunde mit in die Schule und/oder Kinderinsel kommen. Weiterhin konnten wir erste Eindrücke von der Familie erhalten, z.B. ob die Eltern alleinerziehend oder berufstätig sind, ob andere Familienmitglieder in die Erziehung mit einbezogen sind, ob es Geschwisterkinder gibt und inwieweit die Familie im Sozialraum vernetzt ist. Gleichzeitig wurden die Eltern mit der Konzeption der Einrichtung vertraut gemacht, lernten die Bezugsperson ihres Kindes kennen und wussten für die Zukunft, wer für sie als AnsprechpartnerIn bei jeglichen Angelegenheiten ihre Kinder betreffend fungiert. Da die Einschulung ihres Kindes für viele Eltern ein neuer Abschnitt in ihrem Leben als Eltern ist, ist auch unser Konzept zur Zusammenarbeit mit der Schule ein wesentlicher Bestandteil der Einführungsgespräche. Die Eltern lernten unsere Räume kennen und wir konnten erste Fragen zum Ablauf des künftigen Tagesablaufs ihres Kindes beantworten.

Einzelgespräche mit den zuständigen Bezugspersonen 

Wenn Probleme und Fragen bezüglich ihrer Kinder, der Schule oder sonstigen Angelegenheiten auftauchten, boten wir den Eltern Einzelgespräche an. Aber auch die Eltern baten uns von sich aus um ein Gespräch. Wenn nötig – beispielsweise bei Schwierigkeiten in der sprachlichen Verständigung -, führten wir Gespräche auch mit zwei MitarbeiterInnen der Einrichtung durch. Bei Bedarf und auf Anfrage machten wir auch Hausbesuche. 

Vermittlung und Begleitung

Viele Eltern verstehen die Erwartungen der Schule an ihre Kinder nicht. Das deutsche Schulsystem setzt nach wie vor eine Allgemeinbildung – ausgehend von den Erfahrungen und dem Wissensstand von Angehörigen der deutschen Mittelschicht – bei der Einschulung voraus. Die Kinder erfüllen diese Erwartungen zum größten Teil nicht. Häufig erwarten die LehrerInnen von den Eltern, dass sie nicht verstandenen Lehrstoff mit den Kindern nachholen. Auch diese Erwartung ist vielen Eltern fremd. So kam es immer wieder zu Konflikten zwischen Elternhaus und Schule. Auch Sprachschwierigkeiten spielten hierbei eine große Rolle.

Wir konnten in diesen Konflikten häufig die Vermittlerrolle übernehmen, so dass eine Verständigung wieder möglich war. Weiterhin begleiteten wir in einigen Fällen Eltern bei Gesprächen mit den Lehrkräften sowie bei etwaigen rechtliche Fragen und Behördengängen.

Elternarbeit im Alltag

Zur täglichen Elternarbeit gehörten Gespräche mit den Eltern in der Bring- und Abholsituation. Durch unsere gemütliche Sitzecke, sowohl im Hof als auch im Erdgeschoss der Kinderinsel konnten wir die Eltern zum Verweilen einladen.

Organisatorische aber auch kleinere inhaltliche Anliegen konnten in sogenannten Tür- und Angelgesprächen geklärt werden. Eltern, die ihr Kind nicht mehr abholten, konnten uns telefonisch jederzeit erreichen. Da einige unserer Eltern alleinerziehend und/oder berufstätig sind und häufig auch noch unregelmäßige Arbeitszeiten haben, nutzten sie unser Angebot der ständigen Erreichbarkeit durch das Telefon sehr rege, um Absprachen mit ihren Kindern zu treffen, aber auch um kleinere Anliegen zu besprechen. 

Weihnachtsfeier

Auch im vergangenen Jahr feierten wir gemeinsam mit den Eltern Weihnachten. Die Familien – hierunter auch die nicht-christlichen Familien - erschienen zahlreich. Es kamen auch einige Geschwisterkinder und Großeltern mit zu unserer Feier. Teil der Weihnachtsfeier im letzten Jahr war die Geschenkvergabe der Aktion des Frankfurter Kinderbüros: Ein Weihnachtsgeschenk für jedes Frankfurter Kind. Die Eltern erlebten zum ersten Mal die Freude und Aufregung ihrer Kinder beim Warten auf die Bescherung mit. Außerdem überreichten wir allen Familien ein Gesellschaftsspiel für gemeinsame Spielabende zuhause.

Die Eltern konnten sich zwei Stunden in ungezwungener Atmosphäre mit den MitarbeiterInnen der Kinderinsel bei einem gemütlichen Beisammensein über ihre Kinder und ihren Alltag unterhalten. Die Kinderbetreuung und die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen organisierten wir mit Hilfe unserer Honorarkräfte.

Wir bereiteten in einem separaten Raum einen keinen Film für die Eltern vor. Dieser zeigte den Auftritt der Kinder im Gallustheater zum Abschluss der Herbstferienprojektwoche. Einige unserer Kinder konnten dort in einem Clowntheaterstück mitspielen. Wir ließen den Auftritt unserer Kinder in einen gesonderten Raum den ganzen Abend über laufen, so dass auch die Eltern, die den Auftritt nicht live erleben konnten, ausreichend Gelegenheit hatten, an dem Erlebnis ihrer Kinder teilzuhaben. Wir bekamen sehr viel positive Rückmeldung zu dieser Feier.

Vermittlung an andere Institutionen

In manchen Fällen benötigten die Eltern längerfristige und intensive Beratung, Hilfe und Unterstützung. Gab es diesen Bedarf von Seiten der Eltern, schlugen wir vor, dass sich die Eltern mit dem Kinder – Jugendhilfe Sozialdienst der Stadt Frankfurt  in Verbindung setzen sollten. Manchmal stellten wir den Erstkontakt zu den Institutionen her, da dieser Schritt vielen Eltern nicht leicht fiel.

Erziehungs- und Konfliktberatung 

Aufgrund der wesentlichen Funktion und Bedeutung, die Eltern als erste Bezugsperson für ihre Kinder wahrnehmen, entsteht immer wieder Beratungsbedarf für die Eltern und Familien.

Seit November 2011 bieten wir in der Kinderinsel Erziehungs- und Konfliktberatung an. Eine Kollegin qualifizierte sich zur Kooperativen Beraterin weiter; eine weitere Fachkraft befindet sich seit August 2011 in Ausbildung zur systemischen Beraterin, welche im Jahr 2013 abgeschlossen sein wird. So bietet die Kinderinsel einmal in der Woche in einer offenen Sprechstunde Unterstützung bei Anfragen von Behörden oder Schulen, Hilfe bei Antragstellungen bei Behörden, aber auch die Möglichkeit, Gespräche mit Lehrern, Jugendamt oder Ämter vorzubereiten.

Weiterhin erhalten Eltern nach terminlicher Vereinbarung Unterstützung bei Erziehungsfragen und bei der Bewältigung von Problemen und Konflikten. In einigen Fällen wurde das Beratungsangebot auch von Familien und Eltern außerhalb unserer Einrichtung genutzt.

 

Informations- und Bildungsangebote

Die klassischen Elternabende hatten auch im vergangenen Jahr in unserer Einrichtung nur noch eine marginale Bedeutung. Da wir schon vor vielen Jahren feststellten, das diese nicht den Bedürfnissen der Eltern unserer Kinder gerecht wurden, und immer weniger Eltern zu den Elternabenden kamen, suchten wir andere Möglichkeiten und Formen mit den Eltern in Kontakt zu treten. 

So veranstalteten wir beispielsweise am 14.03.2012 einen Filmabend für Erwachsene und Eltern des Stadtteils. Wir zeigten den deutsch-türkischen Dokumentarfilm: „Deutsch aus Liebe“. Ein Deutschkurs in der türkischen Stadt Balıkesir ist der Ausgangspunkt für diese Langzeitbeobachtung. Die Teilnehmerinnen lernen Deutsch, weil sie einen in Deutschland lebenden türkischen Mann heiraten und zu ihm ziehen wollen. Der Film begleitet drei Frauen aus diesem Kurs auf ihrem Weg von der Türkei nach Deutschland, in ein neues Leben. Die Bedeutung der Sprache steht im Mittelpunkt des Films. Die Sprachprobleme werden erfahrbar, bis zum Schluss kommen wir nicht ohne Dolmetscherin aus. Und auch die erste Generation spricht noch immer schlecht Deutsch. Als sie damals kamen, wurde auf Sprachkenntnisse nicht geachtet.

Der Filmabend in der Kinderinsel fand guten Anklang, in der nachfolgenden Runde entstanden interessante Gespräche der anwesenden Frauen und Mütter über ihre eigene Migrationsgeschichte und wie sie ihre Situation in Deutschland beurteilen.

In den Herbstferien veranstalteten wir mit den KünstlerInnen Can Sungu und Malve Lippmann ein durch die PWC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur gefördertes generationenübergreifendes Filmprojekt zur Ankunftsgeschichte der türkischen ArbeitsmigrantInnen in Deutschland. Dieses Projekt führte die jüngste Generation mit der ältesten zusammen und thematisierte die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Leben in Deutschland. So erzählten die SeniorInnen von einem anderen Deutschland als es die Kinder heute kennen: von Erwartungen und Enttäuschungen, von Heimweh und Glück, von Fremdsein und der neuen „zweiten Heimat“. Die Kinder der Kinderinsel übersetzten künstlerisch diese Lebensgeschichten und ließen in ihren Collagen die Welt der Vergangenheit neu entstehen. In der Folge wurde das Bildmaterial zum Film zusammen gefügt, animiert und mit dem Originalton der SeniorInnen unterlegt. Die beiden Generationen, die unterschiedlichen Erfahrungen in Deutschland gemacht haben, ließen in den Film gemeinsam eine Bild-Geschichte entstehen, die in unserer Gesellschaft selten erzählt wurde. Dieses Projekt bot eine neue Perspektive auf die sich wiederholenden Debatten über Integration an, indem es auf persönlichen Geschichten aufbaute und den Generationendiskurs integrierte.

 

Elternkurse Starke Eltern – Starke Kinder®

Starke Eltern – Starke Kinder®  ist das Elternkursprogramm des Deutschen Kinderschutzbundes. Das Programm orientiert sich an der humanistischen Psychologie, der systemischen Familientherapie und Kommunikationstheorien.

Die Zielgruppe der Kurse sind alle Eltern. Eine Ausrichtung auf spezielle Zielgruppen wie alleinerziehende Eltern, Patchworkfamilien oder bildungsbenachteiligte Eltern ist aber möglich. Ebenso werden Kurse für Eltern von Kindern bestimmter Altersstufen für 0-3-Jährige, für Schulkinder oder Pubertierende angeboten.

Das Kursprogramm basiert auf dem Modell der anleitenden Erziehung, welches Eltern in ihrer Erziehungskompetenz stärken soll. Durch das (Wieder-) Erlangen elterlicher Präsenz soll es Eltern möglich werden dirigistisches und negativistisches Erziehungsverhalten abzubauen und wieder einen positiveren und gelasseneren Blick auf die Kinder zu finden. Im Kurs Erlerntes können die Eltern als Hausaufgabe erproben und so auch Partner einbeziehen. Die Teilnehmer werden angeleitet sich über ihre persönlichen Erziehungsziele und Werte klar zu werden, kindliches Selbstvertrauen zu stärken und ihre Kommunikation mit dem Kind zu verbessern. Ein gelassenerer Blick auf kindliche Probleme soll Eltern dazu befähigen, Kinder in ihrem Explorations- und Problemlösungsverhalten zu begleiten und wenn nötig zu unterstützen.

Starke Eltern – Starke Kinder® umfasst in der Regel 8-10 Elterntreffen. Im Wechsel von kurzen Vorträgen, Übungen und Praxisreflexion wird das ABC einer respektvollen Erziehung stufenweise erarbeitet. Dabei wird die Fähigkeit zur klaren Kommunikation und gemeinschaftlichen Problemlösung alltagsnah eingeübt. Das Elterntraining will somit helfen, das Zusammenleben innerhalb der Familie zu erleichtern, sowie mehr Freude und Sicherheit im Umgang miteinander zu erleben.

Starke Eltern – Starke Kinder®  in türkischer Sprache  in der Kinderinsel

Dieses Angebot in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderschutzbund  e. V Ortsverband Frankfurt am Main wurde von zwei qualifizierten Elternkursleiterinnen in der Kinderinsel dienstagabends von 18 bis 20 Uhr in der Zeit vom 18.09.- 11.12.2012 durchgeführt.

An diesem Kurs nahmen 12 Mütter türkischer Herkunft teil. Die Kinder wurden altersabhängig von  2 Honorarkräften während der Kurszeiten betreut. Die Kinder der Teilnehmerinnen waren im Alter von 0-3 Jahren  3 Mädchen und 2  Jungen, von 4-6 Jahren  1 Mädchen und 1 Junge, von 7-12 Jahren 3 Mädchen und 8 Jungen sowie 4 Jugendliche über 14 Jahre. Die Gruppe der Teilnehmerinnen waren im Alter von 26 bis 35 Jahre.

Die Rückmeldungen der Eltern über das Erlernte waren: neue Ansichten über Kommunikation gelernt, bei Problemen umsetzbare neue praktische Lösungsvorschläge entwickelt, was in der Erziehung und Beziehung wichtig ist entdeckt, Austausch zwischen den Eltern und Selbstvertrauen der Eltern ist gestiegen.  Jede Kurseinheit wurde durch praktische Beispiele für den Familienalltag bereichert. Themen, die die Kursleiterinnen in kleinen Gruppen  spielerisch und mit Beispielen einbrachten, wurden als sehr hilfreich für die Erziehung und Beziehung mit den Kindern empfunden. Es wurde von den Teilnehmerinnen eine Verbesserungen zwischen  Eltern und Kindern in der Beziehung festgestellt. In vertrauter und freundlicher Atmosphäre wurden sehr hilfreiche Themen in der Erziehung und Kommunikation behandelt, die Annäherung, besseres Kennenlernen und unterstützende Elternbeziehungen entstanden zwischen Eltern  in der Einrichtung. Im Anschluss an den Kurs gab es Fragen nach einem Nachttreffen, es sind zwei solcher Treffen geplant

 

Kooperation mit den Schulen

Die Kooperation mit den Schulen war ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Im vergangenen Jahr besuchten 76% die Kinder der Kinderinsel die Bonifatiusschule. Die restlichen 24% besuchten die Georg-Büchner-Grund- und Gesamtschule, die Grund- und Hauptschule „Frankeschule“, das Gymnasium „Bettinaschule“, die Freiligrathschule mit integrativem Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, die Realschulen „Anne-Frank-Schule“ und „Falkschule“, die Sophienschule, die Schule für Lernhilfe „Bürgermeister-Grimm-Schule“ und die Sprachheilschule „Weißfrauenschule.

Der gute Kontakt zu den einzelnen Schulen und LehrerInnen ermöglichte uns eine enge Zusammenarbeit. Dies erleichterte es uns, die Kinder in ihrer schulischen Entwicklung zu unterstützen und gegebenenfalls Fördermaßnahmen in die Wege zu leiten. Die Kontaktaufnahme mit den zuständigen Lehrerinnen und Lehrern war häufig sehr unkompliziert, da diese uns ihre privaten Telefonnummern zur Verfügung stellten. So war es möglich z.B. Unstimmigkeiten bezüglich der Hausaufgaben sofort zu klären.

Im vergangenen Jahr wurde der Austausch mit der Schulleitung der Bonifatiusschule, Teilen des LehrerInnenkollegiums sowie den LeiterInnen der Bockenheimer Horte zum Thema Hausaufgaben fortgeführt. Hierbei ging es sowohl um einen inhaltlichen Diskurs über die Ausgestaltung der Hausaufgaben, wie auch deren Umsetzung und die Beobachtungen der außerschulischen Fachkräfte über Sinn, Zweck und Erfolg der Hausaufgaben.

Auch nahmen wir an HelferInnenkonferenzen der Schule teil. So konnten für mehrere Kinder gemeinsam mit den Eltern, den LehrerInnen, der Förderlehrerin für Sozialverhalten und MitarbeiterInnen des KJS Förder- und Hilfepläne sowohl im schulischen Bereich als auch bezüglich des Sozialverhaltens erarbeitet werden. In regelmäßigen Abständen wurde bei diesen HelferInnenkonferenzen mit Eltern und Kind gemeinsam die Förder- und Hilfeziele überprüft, entsprechende Fortschritte festgestellt oder weitere Hilfen eingerichtet.

Neben den Telefonaten und den HelferInnenkonferenzen gab es auch persönliche Gespräche mit den LehrerInnen, die entweder in der Schule oder in der Kinderinsel stattfanden. Meistens ging es um den schulischen Leistungsabbau der Kinder. Aber auch sozial auffälliges Verhalten der Kinder war Thema. Gemeinsam mit den LehrerInnen wurde für das jeweilige Kind eine Problembeschreibung durchgeführt und Formen der Unterstützung entwickelt. Das Mitteilungsheft der Kinderwar eine weitere Kommunikationsmöglichkeit zwischen Schule, Elternhaus und Kinderinsel, das vor allen Dingen für Mitteilungen, die die Hausaufgaben betrafen, genutzt wurde.

 

Stadt- und stadtteilorientierte Sozialarbeit

Zusammenarbeit mit dem Sozialrathaus Bockenheim

Die Abteilungen im Sozialrathaus, mit denen die Kinderinsel zusammen arbeitete waren auch im vergangenen Jahr der Kinder – Jugendhilfe Sozialdienst (KJS) und die Wirtschaftliche Jugendhilfe (WIJU). Die Zusammenarbeit war durch einen wertschätzenden und freundlichen Umgang und eine konstruktive und effektive Arbeitsweise gekennzeichnet.

Nach wie vor ist das Sozialrathaus Bockenheim in der Rödelheimer Straße angesiedelt. Die Erreichbarkeit für unsere Eltern hat sich durch den Umzug im Jahr 2011 erheblich verschlechtert. Wir hoffen für unsere Eltern, dass das Amt nach den Renovierungsarbeiten wieder in die zentral gelegenen Räume am Rohmerplatz umziehen kann. Nach unseren Beobachtungen ist eine gute Erreichbarkeit des Sozialrathauses gerade für mehrfach belastete Eltern, aber auch für Eltern aus bildungsfernen Schichten notwendig, damit sie die benötigten Hilfen für ihre Kinder beantragen.

Wirtschaftliche Jugendhilfe

Ein großer Teil unserer Eltern bekam den Hortplatz in der Kinderinsel durch Wirtschaftliche Jugendhilfe finanziert. Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaftliche Jugendhilfe war gekennzeichnet durch große Kooperationsbereitschaft, gute telefonische Erreichbarkeit und verlässliche, sachkundige Auskünfte der SachbearbeiterInnen. Häufig konnten Fragen oder Schwierigkeiten bei der Antragstellung der Eltern, fehlende WIJU - Bescheide oder Zuständigkeiten durch ein Telefonat geklärt werden. Auch erinnerten die meisten SachbearbeiterInnen die Eltern rechtzeitig daran, wenn sie einen neuen Antrag stellen mussten, da die Laufzeit des Bewilligungsbescheides unterschiedlich befristet war. Am Jahresende gab es einen hohen Krankheitsstand und unbesetzte Stellen in der Abteilung, was uns die Arbeit sofort erheblich erschwerte. Denn in dieser Zeit wäre u.a. die Frage nach Wirtschaftlicher Jugendhilfe für eine bulgarische Familie zu klären gewesen. Da für die bulgarischen EU-BürgerInnen bis Ende 2013 eine Übergangsregelung gilt, ist ihr Status in Bezug auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) VIII ungeklärt.

Grundsätzlich besteht die Aufgabe der Wirtschaftlichen Jugendhilfe darin, die im Sozialgesetzbuch (SGB) VIII beschriebenen Leistungen und Aufgaben finanziell verwaltungsmäßig umzusetzen. Grundlage für die Arbeit der Wirtschaftlichen Jugendhilfe sind neben dem SGB VIII die sozialpädagogischen Vorgaben des Sozialen Dienstes.

Kinder – Jugendhilfe Sozialdienst (KJS) 

Die Zusammenarbeit mit dem KJS Bockenheim  war sehr konstruktiv und effektiv. Die SachbearbeiterInnen waren gut erreichbar und hatten immer ein offenes Ohr für die Belange der MitarbeiterInnen der Kinderinsel.

Wenn Kinder und Eltern unserer Einrichtung Unterstützung durch Maßnahmen der Jugendhilfe benötigten, konnten diese häufig sehr unkompliziert auf den Weg gebracht werden. Die Eltern wurden im Gespräch mit den Bezugspersonen in der Kinderinsel über die Möglichkeiten der Unterstützung durch die Jugendhilfe informiert. Hierbei wurde häufig der erste Kontakt zwischen den Eltern und den zuständigen SachbearbeiterInnen des KJS durch die MitarbeiterInnen der Kinderinsel vermittelt.

Gemeinsam mit dem KJS versuchten wir zum Beispiel die Mitarbeit einer Mutter zu gewinnen. Da die Mutter eines im Verhalten auffälligen Mädchens in unserer Einrichtung die Zusammenarbeit verweigerte und wir den Verdacht hatten, die Mutter würde das Mädchen des Öfteren für längere Zeit in der Obhut ihrer 17jährigen Schwester lassen, verständigten wir die zuständige Sachbearbeiterin des KJS. Dabei stellte sich dann heraus, dass die Mutter schwanger war und kurz vor der Entbindung ihres 4. Kindes stand. Die Mitarbeiterin des KJS bemühte sich dann um Unterstützung und eine Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der Mutter.

Weiterhin nahmen wir an HelferInnenkonferenzen teil, um die Situation der Kinder zu beschreiben und gemeinsam mit dem KJS und anderen Einrichtungen wie beispielsweise der Sozialpädagogischen Familienhilfe oder der Schule, Hilfsangebote für die Kinder und deren Eltern zu entwickeln. Darüber hinaus schrieben wir auf Anfrage des KJS Beobachtungs- und Entwicklungsberichte. Diese dienten dazu, den SachbearbeiterInnen des KJS die Situation der Kinder und ihre Auffälligkeiten besser einschätzbar zu machen und somit eine entsprechende unterstützende Maßnahme für Eltern und Kinder einleiten zu können. Auch fanden teilweise die Gespräche mit den SachbearbeiterInnen in unserer Einrichtung statt. So konnten sich die KJS-MitarbeiterInnen ein Bild von unserer Einrichtung machen und bekamen eine Vorstellung vom Alltag des jeweiligen Kindes. Auch wurden wir immer wieder vom KJS angefragt, ob wir nicht Platz für Kinder mit erheblichen Auffälligkeiten hätten.

Auf unsere Anregung und Unterstützung hin konnten im letzten Jahr zwei Sozialpädagogische Familienhilfen und ein begleiteter Umgang für eines unserer Kinder, mit seinem nicht sorgeberechtigten Vater eingerichtet werden. Hierfür fanden die Gespräche der Verfahrenspflegerin mit dem Kind in unserer Einrichtung statt. Weitere Maßnahmen des Jungendamtes waren die Einrichtung einer Familienhilfe, ambulante Jugendhilfe und psychologische Beratungsstunden im internationalen Familienzentrum.

Grundsätzlich gilt für uns:

Jedes Kind hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Die Aufgabe und das Recht der Eltern ist es, ihren Kindern die Möglichkeit hierfür zu bieten. Wenn Eltern allerdings bei der Erziehung Hilfe durch Beratung und/ oder konkrete Hilfsangebote benötigen, kann das Jugendamt - zunächst der Kinder- Jugendhilfe Sozialdienst - unterstützend zur Seite stehen. 

 

Stadtteilarbeitskreis Bockenheim StArK

Im Jahr 2012 nahm eine pädagogische Fachkraft der Kinderinsel regelmäßig an den Sitzungen des Stadteilarbeitskreises Bockenheim zu folgenden Themen teil:

Internetpräsentation des STARKs; Aktive Nachbarschaft; „ Frankfurter Modell zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Schule“; Ergebnisdokumentation für die Weiterentwicklung der offenen Kinder und Jugendarbeit; Präsentation „Religiöse Vielfalt in Frankfurt am Main“, Bericht über die Intervention bezüglich  des Strukturmodels zur Stellenausstattung; Inklusion Frau Hausmann „Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen“; Planungskonferenz Riedberg und Bockenheim; Islamisierung/Radikalisierung - Übergriffe  von radikalen Fanatikern/Ideologien jeglicher Couleur mit Fokus auf Kinder und Jugendliche; Planungskonferenz zur offenen Kinder- und Jugendarbeit; Themen im Worldcafé sind die Beteiligung von Kindern, Eltern und Jugendlichen, Für Erfolge in der Jugendarbeit, für Ressourcen, für Inklusion, für Bildung, für  die Vernetzungen von Angeboten und Visionen für Bockenheim, Rödelheim und Westend-Süd 2020.

Ausblick: Kinderinsel – Vom Kinderhaus zum Kinder- und Familienzentrum

Kinder und Eltern in einem Wohngebiet wie Bockenheim mit verdichteten sozialen Problemlagen benötigen eine besondere Stützung und Anregung, um ihre Potentiale voll entfalten zu können. Daher liegt ein Hauptaugenmerk unserer pädagogischen Zielsetzung darauf, die Integrations- und Bildungschancen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zu verbessern. Hierfür wird eine langfristig wirksame und ganzheitliche Förderung benötigt, die sich an den individuellen Bedürfnissen aller Kinder – nicht nur jener mit familiärem Migrationshintergrund – orientiert und die Eltern als wichtigste Bezugspersonen und „erste ErzieherInnen“ stärker einbezieht.  Die Realisierung eines solchen Ansatzes setzt jedoch eine umfassende Weiterentwicklung der Einrichtung Kinderinsel voraus. Ziel ist es daher, die multikulturelle Kindertageseinrichtung Kinderinsel Hamburger Allee zu einem stadtteilbezogenen Kinder- und Familienzentrum auszubauen.

Ein besonderes Augenmerk legt das pädagogische Team der Kinderinsel hierbei auf folgende Leitbilder:

  • Jedes Kind ist einzigartig und wird individuell gefördert
  • Die Eltern sind ExpertInnen ihrer Kinder und werden in die Bildungsprozesse der Kinder einbezogen und beteiligt
  • Die Kinderinsel öffnet sich und es werden ganzheitliche Angebote für Familien geschaffen 

Durch die Zusammensetzung unseres hauptamtlichen Teams mit türkischen und deutschen MitarbeiterInnen gelingt es uns sehr gut, auch Eltern mit Migrationshintergrund zu erreichen, ihnen die Nöte ihrer Kinder zu vermitteln und mit ihnen gemeinsam nach Lösungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen. Zentrales Ziel ist es, frühzeitig herkunftsbedingte Unterschiede und Benachteiligungen von Kindern aus bildungsfernen und sozial benachteiligten Familien zu verringern und somit die Zukunftschancen der Kinder zu verbessern

So beobachten wir seit mehreren Jahren, dass die Schwierigkeiten, welche die Eltern sowohl in ihrer Erziehungskompetenz als auch in dem Verständnis für das Schulsystem haben, zunehmen und sich der Druck auf die Eltern und somit auch auf ihre Kinder erhöht. Ein Kinder- und Familienzentrum wäre hier Entlastung und Unterstützung für die Eltern und ihre Kinder zugleich

Eine logische Konsequenz aus den erwähnten Anforderungen und Profilen an unsere Einrichtung wären folgende erweiterte fachliche Schwerpunkte:

  • Erziehungs- und Bildungspartnerschaft unter Einbeziehung der Eltern in die bestmögliche Förderung ihrer Kinder
  • Niederschwellige, sozial integrative sowie multi- und interkulturelle Angebote, die sich an Kindern und Eltern mit besonderem Unterstützungsbedarf orientieren
  • Kooperation aus Kindertageseinrichtung und Familienbildungsstätte zur Integration und Verknüpfung im Zentrum
  • Intensive Entwicklungsbegleitung in allen Entwicklungsbereichen der Kinder mit umfangreichen Bildungs- und Förderangebot
  • Bildungsangebote für die Eltern zur Unterstützung der Stärkung ihrer Erziehungs- und Bildungskompetenzen
  • Gemeinsame Aktivitäten für Kinder und Eltern als positives Erfahrungsfeld und zur Förderung der Eltern-Kind-Beziehung
  • Förderung der Partizipation und Mit-Wirkung der Familien
  • Soziale Weiterentwicklung des Stadtteils Bockenheim
  • Bildung von familienförderlichen Netzwerken
  • Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit

Ausbau und Vertiefung der schon bestehenden sehr guten Zusammenarbeit zwischen Kinder-und Familienzentrum und dem Sozialrathaus Bockenheim zur Entwicklung von Routinen im Rahmen der individuellen Hilfeplanung

Im Frühjahr 2012 stellten wir erneut Antrag auf Förderung eines Familienzentrums nach Grundlage der Fach- und Fördergrundsätze für die Etablierung von Familienzentren in Hessen beim Hessischen Sozialministerium. Gefördert werden Träger von Familienzentren, die Angebote einer ganzheitlichen familienbezogenen Infrastruktur entwickeln oder weiterentwickeln sowie Vernetzungs- und Kooperationsprozesse auf vertraglicher Basis initiieren. Hierbei handelt es sich u.a. um Bildungs-, Betreuungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien. Dem Antrag auf Förderung der Kinderinsel als Kinder- und Familienzentrum wurde erneut stattgegeben, sodass die Kinderinsel seit Ende 2011 als eins von insgesamt 46 landesweiten Kinder- und Familienzentren des Landes Hessen gefördert wird.

Zur konzeptionellen Weiterentwicklung zum Kinder- und Familienzentrum führten wir unsere „Zukunftswerkstatt Kinderinsel“ auch im vergangenen Jahr in regelmäßigen Sitzungen fort, in welcher konzeptionelle Schwerpunkte wie die Zusammenarbeit mit den Eltern, Rahmenbedingungen und Strukturen erörtert und die Weiterentwicklung der Kinderinsel zu einem Kinder- und Familienzentrum bearbeitet wurden.

Im Oktober 2012 konnten wir Frau Vanessa Schlevogt, die als Beraterin für Kinder- und Familienzentren tätig ist, für eine konzeptionelle Zusammenarbeit und fachliche Begleitung im Umstrukturierungsprozess zum Kinder- und Familienzentrum gewinnen. So nahm unter ihrem Coaching eine Steuerungsgruppe mit jeweils einer Fachkraft aus den Bereichen  Hort, Offener Kinderarbeit sowie Schülergalerie und dem Leiter der Einrichtung ihre Arbeit auf.

Weiterhin qualifizierten sich die pädagogischen Fachkräfte in Fort- und Weiterbildungen in Bezug auf das Kinder- und Familienzentrum Kinderinsel weiter. Eine Mitarbeiterin setzte ihre Weiterbildung zur systemischen Beraterin im vergangenen Jahr fort. Eine weitere wurde zur Elternbegleiterin im Rahmen des Bundesprogramms „Elternchance ist Kinderchance“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zertifiziert. Eine Kollegin ließ sich zur Elternkursleiterin für Starke Eltern – starke Kinder vom Deutschen Kinderschutzbund ausbilden und eine weitere Kollegin begann eine Ausbildung zur traumapädagogischen Beraterin. Die Weiterqualifizierung einer Kollegin zur Beraterin/Multiplikatorin für Kinder- und Familienzentren ist für das laufende Jahr in Planung.

Frankfurt, den 28. Februar 2013